Welche Bedeutung hatte der Große Versöhnungssabbat?

„Der Große Versöhnungstag zeigt uns, dass Satan von Gott in die Wüste geschickt wird. Nie wieder wird das Böse zum Volk Gottes zurückkehren.“

Der große Versöhnungstag hat nach dem Passahfest eine besondere Bedeutung (3. Mose 16,1-34; 23,23-32). Er fand am zehnten Tag des siebten Monats statt und wurde durch den „Sabbat des Blasens" eingeleitet. Die Priester riefen das Volk durch den Klang von Silberposaunen auf, sich vorzubereiten und Gott ganz zu weihen.

Nachdem der Hohepriester sich und seine Familie durch ein Opfer mit Gott versöhnt hatte, trat er aus dem Heiligtum und warf über zwei Ziegenböcke das Los. Der eine Bock war für Gott, der andere für Asasel bestimmt. Asasel ist der Dämon der Wüste. Er steht symbolisch für Satan (in Satanskulten wird der Teufel noch heute manchmal mit dem Namen Asasel angerufen).

Der für Gott ausgeloste Bock wurde als Sündopfer geopfert. Auf ihn wurde keine Sünde gelegt. Das Blut des Tieres war also rein. Mit diesem Blut ging der Hohepriester ins Allerheiligste und sprengte es gegen die Bundeslade und anschließend auch auf die Hörner des Räucheraltars. Damit reinigte er das Heiligtum und versöhnte das Volk mit Gott.

Im Laufe des Jahres brachten die Israeliten nämlich im Tempel ihre Opfer dar. Sie übertrugen ihre Sünden durch Handauflegung auf das Opfertier. Dessen Blut wurde auf die Hörner des Brandopferaltars gesprengt (3. Mose 4,27-30; vgl. auch Vers 13-18). Damit „verunreinigten" die Sünden des Volkes das Heiligtum. Deshalb musste es am großen Versöhnungstag gereinigt werden. Anschließend legte der Hohepriester die Schuld des Volkes auf den Bock, der Satan darstellte. Das bedeutet nicht, dass dieser die Sünden des Volkes trug, sondern die Verantwortung dafür. Dieser Bock wurde in die Wüste getrieben. Er kam dort ums Leben. Schuld und Sünde sollten nie wieder zum Volk zurückkehren.

Der große Versöhnungstag war auch ein Tag des Gerichts. Wer im Laufe des Jahres seine Schuld nicht durch ein Opfer im Heiligtum gesühnt hatte, war mit Gott nicht versöhnt. Er wurde aus dem Volk Israel ausgestoßen. Auch wer diesen Tag nicht ernst nahm und sich nicht vor Gott demütigte, wurde aus dem Volk verstoßen (3. Mose 23,29 wörtlich „demütigen").

Nach Abschluss des großen Versöhnungstages feierten die Israeliten das Laubhüttenfest. Es war nicht nur ein Fest der Freude und Dankbarkeit, weil man eine gute Ernte eingebracht hatte, sondern weil die Menschen wieder mit Gott im Reinen waren.

Auch der große Versöhnungstag enthält Sinnbilder für die Erlösung durch Christus. So wie der Hohepriester am Anfang des Festes aus dem Allerheiligsten trat und den für Gott ausgelosten Bock opferte, kam auch Christus aus dem himmlischen Heiligtum und opferte sich für unsere Sünde. Nach seiner Auferstehung kehrte er in das himmlische Heiligtum zurück und versöhnte uns mit Gott (Hebräer 9,11-15).

Alle Taten der Menschen sind bei Gott aufgezeichnet (Offenbarung 20,12; Daniel 7,10). Die Aufzeichnung der Sünde aber verunreinigt das himmlische Heiligtum. Deshalb muss es „gerechtfertigt" werden, so wie auch der von Sünde verunreinigte Mensch von Gott gerechtfertigt wird. Dies wird durch den großen Versöhnungstag symbolisch dargestellt. Laut Daniel 8,14 wird das Heiligtum nach Ablauf von 2300 Jahren zu seinem Recht kommen oder gerechtfertigt werden (wörtlicher übersetzt). Dies soll in der Endzeit geschehen (Vers 17.19.26)

Auch der himmlische Versöhnungstag ist eine Gerichtszeit (vgl. Offenbarung 14,6.7; 20,11.12; Daniel 7,9-14; 2. Korinther 5,10). Bevor Christus wiederkommt, wird nämlich wie in einem „Untersuchungsgericht" festgestellt, wer durch Jesu Opfer Vergebung seiner Sünde erhalten hat. Er gehört zum Volk Gottes, wird freigesprochen und kommt nicht in das Endgericht. Das „Untersuchungsgericht" macht also allen himmlischen Wesen klar, wer zum ewigen Leben und wer zum Gericht aufersteht (Johannes 5,28.29; vgl. Matthäus 13,24-30). Während es im Himmel stattfindet, werden die Menschen aufgerufen, Gott den Schöpfer anzubeten, weil die Zeit seines Gericht gekommen ist. Sie sollen sich auf die Begegnung mit ihm vorbereiten (Offenbarung 14,6.7 – siehe „Sabbat des Blasens").

Wenn Christus sein Versöhnungswerk abgeschlossen hat, kommt er aus dem himmlischen Heiligtum zum zweiten Mal auf diese Erde. Alle Verantwortung für Sünde, Leid und Tod wird er dann auf Satan legen und ihn „in die Wüste schicken". Nie wieder wird das Böse zu Gottes Volk zurückkehren. Danach beginnt eine neue Zeit: Ewiges Leben in Liebe und Gemeinschaft mit Gott (Offenbarung 21,1-5).

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