Wie kann ein liebender Gott die Menschen richten?

„Wir rufen nach Gerechtigkeit und verlangen, dass Gott deshalb eingreift.“

Manche Menschen werfen Gott Grausamkeit vor, wenn er ein Gericht vollzieht. Tatsächlich verstehen wir heute manches nicht mehr, was im Alten Testament geschildert wird. Aber auch wir rufen immer wieder nach Gerechtigkeit und verlangen, dass Gott eingreift, um Unrecht und Unmoral zu beseitigen.

Die biblischen Berichte zeigen uns, welche Wege Gott gegangen ist, um das Böse einzudämmen: Er warnte die Menschheit und gab ihnen eine lange Gnadenfrist. Weil sie sich nicht änderte, schickte er mit der Sintflut ein weltweites Gericht und begann mit einer frommen Familie praktisch noch einmal von vorn. Doch es dauerte nicht lange, und die Menschen lebten genauso wie vorher.

Daraufhin versuchte Gott mit einer ausgewählten Gruppe ein Volk zu schaffen, das ihm in Liebe folgt. Mit Wundern, persönlichen Offenbarungen und prophetischen Botschaften, mit besonderem Segen, aber auch erzieherischen Maßnahmen versuchte Gott dieses Volk zu führen. Es sollte die Welt positiv prägen. Aber trotz aller deutlichen Zuwendungen fiel es immer wieder von ihm ab und ließ sich von der Umwelt negativ beeinflussen.

So kam schließlich Jesus Christus auf die Erde, um den Menschen klar zu machen, was Gott aus Liebe schenken will und was er erwartet. Aber nur wenige hörten auf ihn. Deshalb hat Gott das Gericht an das Ende der Welt verschoben. Er will zeigen, wohin es letztlich führt, wenn Menschen nicht auf ihn hören und er nicht mehr ständig korrigierend in die Weltgeschichte oder das Leben von Völkern und einzelnen Menschen eingreift.

Heute wirft man Gott vor, dass er damals mit Strafen eingegriffen hat, um Schlimmeres zu verhindern. Aber man klagt ihn auch an, dass er heute nicht strafend eingreift und alles zulässt, was Menschen anrichten. Jedesmal wird dabei auch seine Liebe in Frage gestellt. Damals war er grausam, heute ist er gleichgültig. Gott kann es uns also nicht recht machen, wenn es um das Unrecht geht, das wir verursachen. Im Endgericht aber wird allen klar werden: Gott hat richtig gehandelt.

Manche Gegner des Christentums behaupten nun, Gott zwinge mit Gerichts- und Todesdrohungen die Menschen, ihn zu lieben. Doch der Tod ist unser normales Schicksal, seit wir uns von Gott getrennt haben. Durch Christus bietet er uns ewiges Leben an, aber er zwingt es niemandem auf. Gott lässt uns die Freiheit, auch den Tod zu wählen.

Wäre es nicht besser, wenn alle Menschen, die nichts von Gott wissen möchten, auf einen fernen Planeten verbannt würden, sodass sie dort ohne Gott ewig leben könnten? Tatsächlich würde Gott damit jedoch eine Hölle schaffen – einen Ort, an dem gottlose Menschen sich gegenseitig quälen würden, ohne dabei sterben zu können. Der ewige Tod ist also auch ein Zeichen seiner Gnade. Gott will jedoch, dass wir ewig leben (Hesekiel 33,11). In diesem Bibeltext kommt die Trauer Gottes zum Ausdruck, weil Menschen sein Angebot ablehnen: „Kehrt doch um! Warum wollt ihr sterben, ihr Menschen?" – Das ist die Frage Jesu an alle Menschen aller Zeiten. Aus Liebe zu uns hat er alles getan, damit wir ein ewiges Leben in unendlicher Freude erhalten können. Wir brauchen sein Angebot nur anzunehmen.

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