Kommen Christen in den Himmel oder auf die neue Erde?

Das Wichtigstes ist: Gott wird unter uns wohnen. Deshalb wird es kein Leid und keinen Tod mehr geben.“

Viele Texte der Bibel sprechen davon, dass wir bei Jesu Wiederkunft am Ende der Welt in den Himmel oder zu Gott kommen werden. Auf der anderen Seite lesen wir schon im Alten Testament, dass Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde erschaffen will, die uns die alte vergessen lassen (z. B. Jes 65,17 – nicht der Thronhimmel, sondern der Luft- und Sternenhimmel). Deshalb schreibt Petrus, dass Himmel und Erde vergehen werden und Christen auf einen neuen Himmel und eine Erde warten, in denen Gerechtigkeit wohnt (2 Ptr 3,10–13). Auch Johannes stellt fest, dass Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde erschaffen wird (Offb 21,1). Die Antwort auf die Frage, wo die Gläubigen die Ewigkeit verbringen werden – im Himmel oder auf der neuen Erde – gibt Johannes uns in den folgen Versen: Das neue oder himmlische Jerusalem kommt nach 1000 Jahren aus dem Himmel auf die neue Erde. Dort werden die Erlösten zusammen mit Gott wohnen (Offb 21,2–5; 22,3). Von diesen und weiteren Aussagen der Bibel her gesehen ergibt sich folgendes Bild:

1 Thess 4,15–17 – Wenn Jesus wiederkommt, stehen zuerst die gestorbenen Gläubigen auf. Danach werden die lebenden Gläubigen verwandelt und beide Gruppen zusammen in den Himmel aufgenommen.

Lk 17,26–30 – Alle Gottlosen werden bei der Wiederkunft Jesu sterben (siehe auch Offb 14,14–20; Offb 19,11–21).

Bei der Wiederkunft Jesu gibt es also zwei Gruppen: Die Gläubigen und die Ungläubigen. Laut Offb 20,4–6 werden die Gläubigen lebendig und regieren mit Christus 1000 Jahre. Dies wird offensichtlich vom Himmel aus sein. Ihre Auferstehung wird als erste Auferstehung bezeichnet. Der zweite Tod hat über sie keine Macht. Dieser zweite Tod ist der ewige Tod.

Gibt es eine erste Auferstehung, muss es auch eine zweite geben. Weil sich alle Gläubigen seit der Wiederkunft Jesu im Himmel befinden, sind hier die gestorbenen Gottlosen gemeint. Ihre Auferstehung findet erst nach den 1000 Jahren statt (Offb 20,5). Es ist die Auferstehung zum Gericht (vgl. Joh 5,28.29).

Alle Gottlosen aller Zeiten werden nun von Satan verführt, das neue Jerusalem zu stürmen (Offb 20,7.8), das mit den Gläubigen und Christus vom Himmel auf die Erde herabgekommen ist (Offb 21,2 – Hebräer erzählen nicht alles immer chronologisch genau hintereinander, wie auch andere Bibelstellen zeigen).

Weil Petrus von einem Feuer spricht, das die Erde vernichten wird, liegt die Schlussfolgerung nahe, dass Gottes Gerichtsfeuer nicht nur die Gottlosen, sondern auch die Erde mit all dem vernichten wird, das die Menschen darauf errichtet haben. Danach wird Gott eine neue Erde erschaffen, auf die das himmlische Jerusalem mit den Gläubigen zurückkehrt. Weil Gott mit den Erlösten zusammen leben möchte, wird diese neue Erde auch Sitz seines Thrones sein (Offb 21,3; 22,3) und damit das Zentrum des Universums.

Es besteht hier also kein Widerspruch: Die Erlösten kommen zuerst in den Himmel. Nach dem Endgericht aber erschafft Gott für sie eine neue Erde. Auf dieser Erde werden wir mit allen zusammen leben, die Jesus als ihren Erlöser angenommen haben. Das Wichtigste aber ist: Gott wird unter uns wohnen. Deshalb wird es kein Leid und keinen Tod mehr geben.

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