Was tun, wenn jemand oft enttäuscht wurde und deshalb keine feste Beziehung mehr eingehen will?

Wurde jemand häufig enttäuscht, ist es verständlich, dass er Angst vor einer neuen Beziehung hat. Er kann nicht mehr so vertrauen wie früher, weil er nicht wieder verletzt werden möchte. Gute Worte helfen dann wenig, sondern nur ein gutes Vorbild. Wir müssen solchen Menschen durch unser Verhalten immer wieder zeigen, dass wir vertrauenswürdig sind, dass man sich auf uns verlassen kann, dass unser Wort und Versprechen gilt, dass wir es ehrlich meinen und zu dem stehen, was wir gesagt haben. Nur so kann der andere nach und nach sein Misstrauen abbauen. Wichtig ist auch das Gebet, dass Christus ihm wieder die Fähigkeit zum Vertrauen schenkt. Gott kann jede innere Verletzung heilen. Vertrauen ist außerdem eine „Frucht des Heiligen Geistes“, wie Paulus schreibt (Gal 5,22.23). Ihre Grundlage ist die Liebe.

Liebe und Vertrauen gehören also zusammen. Eine Partnerschaft ohne Vertrauen ist keine Partnerschaft. Man mag dann Sympathie füreinander empfinden, aber Sympathie ist keine Grundlage für ein gemeinsames Leben. Deswegen reichen Liebesbeteuerungen, Geschenke und gute Absichten nicht aus.

Natürlich ist auch klar, dass man nur dann enttäuscht wird, wenn man sich vorher getäuscht hat. Tatsächlich schlittern viele Menschen mit Illusionen in eine Ehe. Kommt es dann anders, als sie es sich erträumt haben, sind sie am Boden zerstört. Folgende Tatsachen können ihnen helfen, eine neue Beziehung nüchterner zu sehen:

– Kein Mensch ist fehlerlos oder perfekt (Röm 3,23). Nur Gott ist ohne Mängel. Deshalb sollte uns klar sein, dass unser Partner sich auch hin und wieder falsch verhalten wird. Und wir müssen eingestehen, dass wir uns ja auch oft falsch verhalten und andere verletzten.

– Kriselt es in einer Partnerschaft, sind meistens beide daran beteiligt. Nur in den seltensten Fällen liegt die Schuld bei einem Partner allein. Die Frage, wer mehr Schuld hat, ist dabei müßig, weil Ichsucht und Eigenliebe uns sowieso blind für die Schwere des eigenen Fehlverhaltens machen, sodass wir den Schwarzen Peter stets dem anderen zuspielen.

– Liebe lebt von der Vergebung! Nur wenn beide Partner dem anderen ständig vergeben (jeder möchte ja, dass der andere ihm vergibt), kann eine Beziehung gelingen. Sonst ist die Scheidung vorprogrammiert (Eph 4,31.32; Kol 3,12–15).

– Wer liebt, ist bereit, sich zu ändern. Er achtet selbstkritisch auf sein eigenes Verhalten, Denken und Reden und ändert es, wenn er spürt, dass er damit den Partner belastet oder sogar verletzt (Röm 12,2).

– Wer liebt, sucht beim anderen nicht die Fehler und Schwächen, sondern das Lobens- und Liebenswerte, das Schöne und Gute (siehe Phil 4,8).

Wer seine eigenen Fehler nicht einsehen will, nicht zur Änderung bereit ist, nicht das Positive am anderen sucht, sondern nur auf das Negative starrt und dem anderen nicht immer wieder vergeben möchte, sollte besser als Single leben, weil er nur sich selbst ertragen kann. Das mag zwar ein wenig hart klingen, aber viele Ehen würden glücklicher, wenn beide Partner allein diese wenigen Regeln und Bibelworte befolgen würden.

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